Die Reihe POLSKI.BEITRÄGE ist weiter angewachsen. Zwei neue Bände zur Geschichte und Gegenwart der polnischen Sprache im deutschsprachigen Raum sind vor Kurzem beim Frank & Timme Verlag erschienen. Auf dem 15. Deutschen Slavistiktag in Jena wurden sie jetzt vorgestellt, verbunden mit einer Präsentation der zentralen Ergebnisse beider Studien. Beide Bände fragen, wie Polnisch als Herkunftssprache in Familien gelebt, weitergegeben und gefördert wird. Band 2 blickt dazu in die Familien hinein, Band 3 auf das Zusammenspiel von Familie und Schule.

Band 2: Wie Eltern Polnisch weitergeben

Welche Sprache sprechen Eltern, die selbst mit Polnisch in deutschsprachiger Umgebung aufgewachsen sind, mit ihren eigenen Kindern? Natalie Kosch rückt in Sprache(n) leben – Sprache(n) weitergeben die sogenannte zweite Generation in ihrer Rolle als Eltern in den Mittelpunkt. Dafür hat sie in einem Abstand von drei Jahren 21 Mütter und Väter zweimal interviewt.

Dieser Längsschnitt macht sichtbar, wie sich sprachliche Entscheidungen in Familien über die Zeit verändern. Ausführliche Interviewauszüge lassen die Eltern selbst zu Wort kommen. Der Band zeigt, welche Strategien zweisprachiger Erziehung tragen, wo sie an Grenzen stoßen und welche Bedeutung die Herkunftssprache für die Identität hat.

Band 3: Polnisch zwischen Familie und Unterricht

Wie sichtbar ist Polnisch heute im deutschen Bildungssystem? Wie bewerten Familien mit polnischem Hintergrund das schulische Unterrichtsangebot, und was erwarten sie davon? Diesen Fragen geht Polnisch als Herkunftssprache in Deutschland. Im Spannungsfeld zwischen Familie und Unterricht nach, herausgegeben von Tanja Anstatt, Bernhard Brehmer, Stefan Heck und Ramona Teresa Plitt.

Der Band zieht eine Bilanz zur aktuellen Lage des Polnischen in Deutschland, mit besonderem Blick auf die schulische Förderung der zweiten Generation. Einleitend ordnen die Autorinnen und Autoren den Forschungsstand ein, beleuchten die (Un-)Sichtbarkeit des Polnischen und zeichnen ein wachsendes Selbstbewusstsein der Sprachgemeinschaft nach.

Im Zentrum stehen zwei empirische Studien. Die von KoKoPol beauftragte Studie PolskiKompass befragt Eltern bundesweit und liefert ein quantitatives Gesamtbild. Die qualitative Studie FamPol vertieft dieses Bild mit Interviews mit Eltern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen. Ein vergleichendes Fazit beider Studien und polnische Zusammenfassungen aller Beiträge runden den Band ab.

Zwei Blickwinkel auf eine Frage

Zusammen gelesen ergänzen sich die beiden Bände: Band 2 zeigt, was in den Familien geschieht, Band 3, was Schule und Unterricht dazu beitragen können. Beide richten sich an Forschung und Lehre ebenso wie an Lehrkräfte, Bildungsverwaltung und alle, die sich für Mehrsprachigkeit und Polnisch in Deutschland interessieren.

Die Bände im Überblick

Beide Publikationen sind 2026 bei Frank & Timme erschienen, kosten jeweils 48,00 € und sind auch als E-Book erhältlich.

Band 2: Natalie Kosch, Sprache(n) leben – Sprache(n) weitergeben. Bilinguale Elternschaft und sprachliche Sozialisation von Kindern in polnisch-deutschsprachigen Familien. ISBN 978-3-7329-1167-7. Zum Band beim Verlag

Band 3: Tanja Anstatt, Bernhard Brehmer, Stefan Heck, Ramona Teresa Plitt (Hg.), Polnisch als Herkunftssprache in Deutschland. Im Spannungsfeld zwischen Familie und Unterricht. 378 Seiten, ISBN 978-3-7329-1160-8. Zum Band beim Verlag