Städtepartnerschaften stehen für den gelebten Willen zur Völkerverständigung, auch und gerade in einem politisch schwierigen Umfeld. Nicht zufällig ist in diesem Zusammenhang von der Paradiplomatie die Rede. Zwischen Deutschland und Polen bestehen oft seit Jahrzehnten kommunale und andere institutionalisierte Partnerschaften, die vom Einfluss der Zivilgesellschaft Zeugnis ablegen. Das gegenseitige Kennenlernen, der Abbau von wechselseitigen Vorurteilen sowie das Verständnis für die Nachbarkultur, -geschichte und -sprache waren und bleiben primäre Zielsetzungen von Städtepartnerschaften. Diesem Themenkreis widmete KoKoPol eine Tagung am 11.08.2025.
Gunnar Hille, Direktor von KoKoPol, und Cornelia Pieper, Generalkonsulin a.D., begrüßten die Anwesenden, bevor Irena Machura vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit den Begriff der Paradiplomatie einführte. Klaudia Hanisch stellte ihre vom Deutschen Polen-Institut geförderte Studie über trilaterale, deutsch-polnisch-ukrainische Städtepartnerschaften vor. Mit Verweis auf den Begleitband zum „Gemeinsamen Referenzrahmen für Sprachen“ mit Fokus auf Sprachmittlung unterstrich Dr. Magdalena Telus von KoKoPol die Relevanz der Zweisprachigkeit in den deutsch-polnischen Lebenswelten und Diskursen.
Am späten Nachmittag ging es um konkrete Beispiele von Partnerschaften. Katharina Gawron vom Büro des Oberbürgermeisters von Cottbus stellte das Projekt „Vertrauen durch Sprache“ im Kontext der Partnerschaft Cottbus/Chóśebuz ‒ Zielona Góra vor. Dr. Marta Pisarek von der Universität Rzeszów sprach über die Partnerschaft Bielefeld ‒ Rzeszów und Franziska Strobach von der Stadt Dresden über Dresden ‒ Wrocław. Dr. Agnieszka Buk, Universität Rzeszów, ging auf die Rolle der Städtepartnerschaften in Zeiten des Krieges ein und erläuterte dies mit dem Beispiel Rzeszów ‒ die ukrainische Wojewodschaft Vorkarpaten.
Die Rolle von Sprache und Kultur in Städtepartnerschaften in schwierigen Zeiten war das Thema des von Gunnar Hille moderierten Abendgesprächs mit Dr. Agnieszka Buk, Jan Kaboth von Wittgendorf und Jonas Kolecki von der Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS e.V.). Zusammenfassend sei festgehalten, dass die sprachliche Kommunikation in den deutsch-polnischen Partnerschaften zumeist von polnischen oder polnischstämmigen Aktiven bewältigt wird. Es ist wünschenswert, dass dieser Einsatz, der in der Regel als Ehrenamt stattfindet, mehr Sichtbarkeit und mehr Würdigung erfährt.









