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Für Studierende mit Herkunftssprache Polnisch, Sprachniveau B1-C1.

Dauer:                                5 Tage (4 Tagesmodule, 2 halbe Tage für An- und Abreise)

Plätze für max. 15 Studierende aus verschiedenen deutschen Hochschulen und verschiedenen Fachrichtungen mit Polnisch als Herkunftssprache

Begründung

Die wenigsten deutschen Hochschulen bieten spezielle Polnisch-Förderkurse für Studierende mit Polnisch als Herkunftssprache an (nach Vogel 2018 sind es 2 von 32 deutschen Hochschulsprachenzentren!). Diese Studierenden besuchen folglich die regulären Polnisch-als-Fremdsprache-Kurse, deren Programme nicht auf den Bedarf dieser Studierendengruppe ausgerichtet sind. Solche Kurse bieten herkunftssprachigen Studierenden keine Instrumente zur Pflege ihrer bilingualen sprachlichen Identität.

Studierende mit Polnisch als Herkunftssprache können von einem maßgeschneiderten Angebot mehrfach profitieren: Ihr Polnisch kann aus dem Bereich Familie/Umgangssprache/Alltagspragmatik in den Bereich Bildung/Beruf überführt werden, gleichzeitig kann ihre biographische Verbindung mit Polen und die Einwanderungssituation der Familie eine Aufwertung im Sinne der europäischen Freizügigkeit und Mehrsprachigkeit erfahren.

Der Bedarf der polnischen Herkunftssprachler*innen an gezielter Sprachförderung wurde in den letzten Jahren zunehmend Gegenstand der Sprachlehrforschung, so z.B. in dem Projekt „Linguistische und sprachdidaktische Aspekte der unvollständigen deutsch-polnischen Zweisprachigkeit“ der Universitäten Wrocław und Freiburg (2012-2015), aus dem das Internet-Lehrbuch „Na końcu języka“ (www.nakoncujezyka.uni-freiburg.de) hervorging, das in der Spätsommerakademie eingesetzt werden soll.

 

Ziel und Zweck der Maßnahme

  • Stärkung des Sprachbewusstseins bzgl. des polnischen Sprachsystems (language awareness);
  • Schriftsprachliche Schulung und Translationsübungen;
  • Gezielte Förderung des Erwerbs von Lexik aus den Bereichen Bildung/Hochkultur;
  • Aufbau einer „komparatistischen Intuition“;
  • Entwicklung der Kompetenz zur Selbstkorrektur;
  • Reflexion über die Unterschiede im Spracherwerb durch familiäres Umfeld und formellen Unterricht;
  • Diskussion über Fragen der Migration und Mehrsprachigkeit und die Geschichte und Gegenwart der Polonia in Deutschland;
  • Projektarbeit mit sprachlicher (Auto-)Kontrolle (Abendaktivitäten): Gemeinsames Kochen, Powerpoint-Präsentationen auf Polnisch zu eigenem Studienfach, Gestalten eines Leseabends, Vorstellen von Filmen und anderen Artefakten der polnischen Kultur, Herstellen von Kurzfilmen für Soziale Medien etc.

 

Methoden

Die Maßnahme kombiniert den kognitiven (Sprachreflexion) und handlungsorientierten Ansatz (individuelle Aufgaben, Kleingruppenarbeit, didaktisch vorstrukturierte Tagesevents) und folgt dem Grundsatz des autonomen Lernens (vgl. Janowska 2011). Zwei Lehrkräfte begleiten die Gruppe durchgehend. Da eine Binnendifferenzierung der Sprachniveaustufen von B1 bis C1 anzunehmen ist, wird stellenweise eine Aufteilung der Gruppe vorgenommen.

Die gesamte Maßnahme findet in polnischer Sprache statt; Diskussionen und Begegnungen auf Polnisch mit Gästen, auch ein gemeinsames Musizieren, sind ausdrücklicher Bestandteil des methodischen Konzepts und dienen der Entwicklung der Sprachkompetenz und der kommunikativen Fertigkeiten der Teilnehmer*innen. Teilnehmer*innen erfahren Polnisch als Herkunftssprache als Mittel zur Verständigung über berufs- und bildungsorientierte Themen. Übersetzung ins Deutsche und ggf. ein Vergleich der Sprachstrukturen im Deutschen und Polnischen ist an ausgewählten Stellen Teil des Curriculums  ̶  als Mittel zur Vertiefung des Sprachbewusstseins der Teilnehmer*innen.

Ein besonderes Augenmerk stellt der Umgang mit Korrekturen dar. Ausgehend vom aktuellen Forschungssand zur sprachlichen Charakteristik des Polnischen als Herkunftssprache bei jungen Erwachsenen mit L1 Deutsch (vgl. die Arbeiten von Prof. Anstatt, Prof. Mehlhorn, Prof. Dąbrowska, Prof. Żurek u.a.) wird am Bewusstsein der Teilnehmer*innen für eigene Sprachfehler gearbeitet und gemeinsam ein autonomer und souveräner Umgang mit den eigenen Sprachfehlern entwickelt und trainiert.

 

Detailliertes Programm als PDF

 

Anmeldungen bis zum 30.08.2021 per Mail bitte an stupka@kokopol.eu

Auf Wunsch kann ein Teilnahmezertifikat ausgestellt werden. Die Teilnahme am Kurs sowie Unterkunft und Verpflegung sind kostenfrei.

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